OZEAN-BOTSCHAFTER

Pierre Frolla

Weltmeister im Apnoetauchen, der sich immer wieder in neue Tiefen begibt


„Der ganze Körper ist mit dem Geist verbunden: das Gefühl der Haut, der Klang, der Druck auf den Lungen, den Ohren... Es ist, als wäre man ein Teil des Elements. Es gibt kein besseres Gefühl.“



Wann und warum haben Sie mit dem Tauchen begonnen?

Ich bin in der Nähe des Meeres aufgewachsen, in Monaco. Es war einfach für mich, jeden Tag ins Meer zu springen. Mein Vater war in den 60er Jahren ein Meister im Apnoetauchen und Speerfischen. Er lehrte uns die Liebe zum Meer und wie wichtig es ist, das Meeresleben zu schützen. Gleichzeitig hatte er Angst und versuchte, meinen Bruder und mich davon abzuhalten, jeden Tag im Wasser zu sein, weil wir jung waren und uns vom Meer, den Fischen und der Tiefe angezogen fühlten. Er hat mich nicht gerade gefördert, ein besserer Apnoetaucher zu werden, und als kleiner Junge habe ich nicht verstanden, warum. Ich stellte mir vor, dass er einen Schatz oder ein Geheimnis im Meer versteckt hatte. Also ging ich immer ins Meer, allein mit meinem Bruder, anstatt in die Schule zu gehen :-) Wir wollten herausfinden, welches Geheimnis dort verborgen lag. Tag für Tag, Jahr für Jahr, wurde der Ozean und das Mittelmeer mein Spielplatz, mein Universum, mein Leben... Und das ist das tatsächliche Geheimnis, das ich entdeckt habe: jeden Tag im Wasser zu sein, um das Wasser zu werden.

Unvergesslichstes Taucherlebnis?

Ich habe Kindern das Schwimmen, Apnoetauchen und Fotografieren von Buckelwalen beigebracht. Ich war mit einem jungen Mädchen, Tara, unterwegs und wir fotografierten ein Weibchen (14 Meter lang) und ihr Baby (4 Meter lang). In einem kurzen Moment entwischte Tara mir und schwamm hinter dem jungen Wal her, der mit ihr spielen wollte. Doch der Baby-Wal befand sich zwischen mir und Tara. Es war mir unmöglich, zu handeln oder Tara zu schützen. In weniger als 30 Sekunden sah das große Weibchen, was passierte, und schwamm direkt unter mich. Sie hielt ihr Baby mit ihrer Brustflosse fest, sah mir in die Augen und sagte: „Ok, ich kümmere mich um mein Baby, nun geh und hol deins.“ Ihr Blick war so sanft, so tröstlich, so friedlich. Also ging ich auf die andere Seite, nahm Tara mit und die Wale blieben während dieser langen Minute mit ihren Brustflossen über dem Meer und bildeten eine richtige Wand. Kurz darauf hob sie langsam ihre Brustflosse ins Meer und schob ihr Baby von uns weg, um sicher zu gehen, dass wir in Sicherheit waren.

Welche Schritte unternehmen Sie, um die Gesundheit unserer Ozeane zu verbessern? Haben Sie einen Rat für andere, die helfen wollen?

Ich leite drei Schulen für Kinder. Wir unterrichten sie im Tauchen, Apnoetauchen und bringen ihnen bei, wie man den Ozean schützt. Wir zeigen den Kindern, wie sie eine nachhaltige Zukunft aufbauen können. In der Hoffnung, dass die Zukunft, die wir ihnen versprechen, viel besser ist als die Gegenwart, die wir ihnen vermachen. Wie geben ihnen die Macht, mit den richtigen Werkzeugen ihr eigenes Meisterwerk zu gestalten. UND nicht nur sehr gute Taucher, sehr gute Schwimmer, oder sehr gute Rettungsleute zu sein. Wir hoffen, dass sie vollendete Kinder, vollendete Teenager und zukünftige Erwachsene werden, die bereit sind, in dieser besonderen Gesellschaft zu leben und sich zu entwickeln.

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