OZEAN-BOTSCHAFTER

Jim Ward

Als versierter Freediver und Unterwasserfotograf versucht Jim, genauso viel Zeit unter wie über der Wasseroberfläche zu verbringen


Der Ozean ist eine große blaue Wüste. Obwohl die Artenvielfalt jene der dichtesten tropischen Regenwälder übertrifft, ist vieles von dem, was wir dort antreffen, einfach nur eine riesige Weite trostlosen Wassers. Meine Lieblingsmoment beim Tauchen ist dann, wenn ein Schatten oder ein Schein Gestalt annimmt und eine zufällige Begegnung, die in der Ferne auftaucht, ins Blickfeld gerät. Ich liebe die unbekannte Komponente des Ozeans, die Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit der Erlebnisse und das Hochgefühl bei einem unerwarteten Besucher, selbst an einem Tauchplatz, an dem man schon 100 Mal getaucht ist.



Wann und warum haben Sie mit dem Tauchen begonnen?

Das Tauchen begann für mich im College. Nach zwei Jahren Grundstudium in Tennessee wurde mir klar, dass ich eine Richtungsänderung in meinem Leben brauchte, um mich erfüllt zu fühlen. Nach ein wenig Recherche und Korrespondenz wurde ich an der University of the Virgin Islands angenommen. Ich dachte, es wäre besser, einen Tauchschein zu haben, bevor ich die Reise antrat, also habe ich den Kurs als Wahlfach in der Schule belegt. Im Nachhinein war es eine der besten Entscheidungen, die ich hätte treffen können. Es dauerte Monate, nicht Tage oder Wochen, um den Prozess abzuschließen, was mich zu einem sehr guten und sicheren Taucher machte. Obwohl meine Checkout-Tauchgänge in einem überfluteten, eiskalten Steinbruch stattfanden, hat sich das ausgezahlt, als ich es in den VI. schaffte. Unser erstes Labor für Zoologie der wirbellosen Tiere war ein Tauchgang am Saba Rock vor St. Thomas, den ich nie vergessen werde.

Wie sprechen Sie Nicht-Taucher an, um sie für das Tauchen zu begeistern?

In der High School habe ich mein Interesse an Fotografie entwickelt. Das war die perfekte Methode, um meine Erfahrungen unter Wasser zu dokumentieren. Als sich meine Technik verbesserte, war das eine großartige Möglichkeit, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, mit meiner Frau zusammenzuarbeiten und die Schönheit des Ozeans zu präsentieren. Unser Ansatz ist es, die Erfahrung beim Tauchen und die Art und Weise, wie es unser Leben beeinflusst, zu teilen. Wir hoffen, dass sich die Leute von unserem Interesse und unseren Erlebnissen anstecken lassen. Ich konnte mir nicht vorstellen, all diese inspirierenden Unterwasserbilder anzuschauen und dabei nicht in Versuchung zu geraten, sie mit meinen eigenen Augen zu sehen. 

Traumtauchen: wo und mit wem (lebendig oder nicht)?

Ich wollte schon immer mal die Antarktis besuchen, und obwohl ich nur wenige Kaltwassertauchgänge durchgeführt habe, steht das ganz oben auf der Liste. Umgeben von meinen Freunden, die nach Pinguinen und Seeleoparden Ausschau halten. Ich war auch schon immer ein kleiner Abenteuer-Junkie, also wäre es genauso aufregend, beim Tauchen auf einen Goldschatz in einem Wrack im flachen Wasser der Tropen zu stoßen. Ich werfe das nur mal so in den Raum.

Lieblingsstück der Aqualung-Ausrüstung?

Ich würde sagen, es ist ein Unentschieden zu Dritt! Mein Legend-Atemregler ist ein traumhaftes Tauchtool, meine Aquaflex-3mm-Kapuzenweste zählt bei jedem Tauchgang zur Grundausrüstung, ebenso wie meine treue, schwarze Micro Mask.

Unvergesslichstes Taucherlebnis?

Eines meiner eindrucksvollsten Taucherlebnisse war ein reiner Routinetauchgang. Ali und ich nahmen unsere SCUBA-Ausrüstung, gingen an die West Side von Oahu und machten einen Ufer-Tauchgang nach der Zertifizierung, damit Ali etwas mehr Taucherfahrung vor unserer Reise nach Französisch-Polynesien sammeln konnte. Wir schwammen etwa 100 Meter an der Oberfläche und tauchten dann etwa 50 Fuß tief auf den Grund. Es gab einen kleinen Vorsprung, der dahinter abfiel, und als wir tiefer tauchten, konnte ich sehen, wie Alicia zitterte. Ich ging mit ihr die Notsignale durch und versuchte, ihr Dilemma zu verstehen, bis ich erkannte, dass sie sich einfach nur unwohl fühlte. Ich versuchte, mit ihr aufzusteigen, doch sie weigerte sich, weil sie wusste, dass, wenn sie den Tauchgang abgebrochen hätte, sie vielleicht keinen zweiten Versuch mehr unternommen hätte. Wir setzten uns auf den Sand bei etwa 45 Fuß und ich hielt sie einfach, während sie weinte. Unwillig, ihren Ängsten nachzugeben, richtete sie ihren Fokus neu aus, und nach einer kurzen Pause folgte ich ihr über den Vorsprung und wir konnten den Tauchgang abschließen. Zu sehen, wie sie ihre Ängste überwindete und zur Taucherin wurde, war ein Moment, den ich nie vergessen werde. 

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